Kgaligadi NP, 5.4

Unbarmherzig klingelte der Wecker um 6 Uhr. Fahles Licht fiel durch unser Gazefenster ins Wageninnere und eigentlich hätte ich gut und gerne noch zwei Stunden schlafen können. Heute würden wir Katzen sehen. Zumindest hatten wir uns das fest vorgenommen. Also raus aus den Federn, Katzenwäsche, schnell einen Kaffee für die Fahrt gebrüht und schon standen wir wieder am Gate, wo man morgens das Permit, Eintrittskarte, abholte und abends wieder abgeben musste. Um 6.58!!! waren wir im Park.
Die Sonne stand so tief, dass man zeitweise fast nichts erkennen konnte. Die Bockies standen äsend in der Morgensonne, die Hörnchen tollten munter über die Straße, aber ansonsten war es einfach ein beschaulicher Morgen ohne viel Aufregung. Die Vogelfreunde standen auch wieder an der Straße. Drei oder vier Habichte hockten im Busch und am Boden. Unter einem anderen Busch buddelte ein Tier, das wir aber auf den ersten Blick nicht erkennen konnten. Aber das Teleobjektiv und das Fernglas enttarnten den fleißigen Gräber als Honigdachs.
Wenige Kilometer später standen wieder ein paar Autos am Straßenrand. Wir schauten ob wohl wieder ein Adler zu sehen war und entdeckten ein Tier auf der Düne sitzen. Das müsste ja dann ein Riesenvogel sein. Das Fernglas wurde scharf gestellt und ich traute meinen Augen kaum, denn es war ein Gepard der sich dort oben malerisch in Pose schmiss. Wir knipsten und freuten uns, denn wir hatten noch nie so nahe einen Cheetah gesehen und auch nur einmal in Freiheit. Nach einiger Zeit lösten sich aus dem Schatten der Büsche zwei weitere Geparden und kamen langsam die Düne herunter. Alle waren in Aufruhr. Doch es endete wie mit allen Katzen, sie legten sich unter einem Baum in den Schatten und bewegten sich nicht mehr.
120 Kilometer mussten wir noch nach Nossob, unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit fahren. In der flirrenden Mittagshitze war kein Tier zu sehen und so gestaltete sich die Fahrt recht eintönig.
Für Abends hatten wir einen Game-Drive gebucht in der Hoffnung auf Löwen. Aber wir mussten uns mit den kleinen Tieren begnügen, aber es war trotzdem eine tolle Fahrt.